Ian Moore – Mord im Chateau

⭐⭐⭐

Trotz sympathischem Personal eher langweiliger, zu oft abschweifender Kriminalroman

Nun folgt also die dritte Episode um das ungleiche Paar Richard und Valérie, die beiden selbsternannten Detektive. Oder Sicherheitsleute, wie sie sich in diesem Band nennen, in dem sie eine Filmcrew beschützen sollen.

Hauptrolle in besagtem Film spielt eine Nichte Valéries, weswegen diese auch sehr besorgt ist. Denn Lionel, so der Name der Schauspielerin, wird bedroht, gestalkt, verfolgt. Richard hingegen soll all die am Filmset beteiligten Menschen schützen während des Drehs auf einem Schloss in der Nähe des Dorfs, in welchem Richard ein kleines Hotel betreibt, dessen Dauergast inzwischen Valérie ist.

Gleich zu Beginn verstirbt ein Statist, da dieser aber bereits das stolze Alter von 102 Jahren erreicht hat, vermuten alle einen natürlichen Todesfall. Erst als noch ein weiteres Opfer zu beklagen ist, werden die Verdachtsmomente, dass es sich um Morde handeln könnte, stärker.

Leider versandet die ganze Handlung und insbesondere die Spannung zwischen viel zu vielen Belanglosigkeiten. Trotz des durchaus liebenswerten Paares Richard und Valérie, er voller Ehrfurcht für sie und ihre Fähigkeiten, sie seine Bewunderung genießend und seine ruhige Art durchaus liebend, trotz des immer wieder durchscheinenden zarten Humors wird die gesamte Geschichte zu langatmig, um nicht zu sagen langweilig erzählt.

Es gibt viel zu viele Figuren, allein die zahlreichen, die zur Filmcrew gehören, dazu all die Menschen aus Richards Umgebung wie das aus den vorigen Bänden bekannte halbseidene Paar, das ständig neue Rollen einnimmt und wieder Richards noch nicht ganz Ex-Frau, die leider auch wieder auftaucht, ohne dass man darin einen Sinn für den Plot erkennen kann.

Auch die durchaus unterhaltsamen Szenen, in welchen Richard sich Schlachten mit dem schlosseigenen Pfau liefert, können nicht verhindern, dass sich die gesamte Handlung unnötig in die Länge zieht. Was auch an den vielen endlosen Gesprächen liegt, deren Sinn für den Fortgang der Handlung oder den Spannungsaufbau man kaum zu erkennen vermag. So wie auch in den vielen Abschweifungen, den vielen Szenen, in denen nichts geschieht, was die Handlung irgendwie voranbringt oder was mit dem eigentlichen Plot in Zusammenhang steht.

Vielleicht ist die Geschichte um diese beiden doch trotz allem so sympathischen Hauptfiguren einfach auserzählt. Nur sie allein können die Handlung nicht tragen und so verliert man auf halber Strecke auch das Interesse daran, zu erfahren, wer wen warum hinterrücks ermordet hat.

Es bleibt offen, ob ich einen weiteren Band, so denn ein solcher erscheinen sollte, noch lesen möchte.

Ian Moore – Mord im Chateau
aus dem Englischen von Barbara Ostrop
rororo, Februar 2025
Taschenbuch, 334 Seiten, 14,00 €


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